Info-Grafik

Licht und Schatten 2018!

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhöhte am 22. Januar seine Wachstumsprognosen für die USA und Deutschland sehr deutlich. “Die Änderungen in der US-Steuerpolitik stimulieren die wirtschaftlichen Aktivitäten.” Der Impuls für die USA werde auf die großen Handelspartner - wie Deutschland - ausstrahlen. Dies dürfte bis ins Jahr 2020 hineinwirken, so der IWF in seinem aktuellen Wirtschaftsausblick. Nach 2022 dürfte sich dies aber ändern. Dann könnten dämpfende Effekte durchschlagen, etwa durch ein größeres US-Leistungsbilanzdefizit, mehr Schulden und einen stärkeren Dollar.

Für die globale Wirtschaft rechnet der IWF mit einem Zuwachs von jeweils 3,9 Prozent in den Jahren 2018 und 2019. Der US-Wirtschaft wird ein Wachstum von 2,7 Prozent 2018 und 2,5 Prozent 2019 zugetraut, die Prognosen für Deutschland wurden auf 2,3 Prozent in diesem Jahr und 2,0 Prozent im nächsten Jahr hochgesetzt. Auch die Wachstumsperspektiven für China sieht der IWF optimistischer. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dürfte dieses Jahr um 6,6 Prozent zulegen und 2019 dann um 6,4 Prozent. Weitere BIP-Prognosen für 2018: Indien = 7,4 Prozent, Spanien = 2,4 Prozent, Eurozone = 2,2 Prozent, Brasilien und Frankreich je 1,9 Prozent, Russland = 1,8 Prozent, Großbritannien = 1,5 Prozent, Italien = 1,4 Prozent, Japan = 1,2 Prozent.

Der IWF lobte besonders Europa und Asien für ihre Entwicklung. Aber auch große Schwellenländer wie Brasilien und Russland, die zwischenzeitlich strauchelten, seien wieder auf die Beine gekommen. Lange Zeit waren sie out, nun feiern Schwellenländer ein regelrechtes Comeback. Auch wenn Mexiko, die Türkei und Südafrika weiter in der Krise stecken, dürfte dies den generell positiven Trend der Schwellenländer nicht beeinflussen. In Europa zeigt sich weiterhin eine Belebung des interkontinentalen Handels mit Asien und den USA. Das Wachstum in Asien setzt sich fort, was zu hoher Geschäftsaktivität vor allem mit China, Taiwan, Vietnam, Malaysia und Indonesien führt. In Südkorea stiegen die Exporte jüngst um rund 16 Prozent. Zu einem sich weltweit verbessernden Konjunkturtrend sollten auch die staatlichen Investitionen in Europa und die milliardenschweren Infrastrukturprogramme in den USA beitragen.

IWF-Chefin Lagarde zufolge sollten sich aber Politik und Wirtschaft nicht mit der jetzt günstigen Lage zufriedengeben. “Es gibt noch viel zu viele Menschen, die außen vor bleiben, wenn es um die Früchte des Wachstums geht”, sagte die Französin im schweizerischen Davos kurz vor Beginn des diesjährigen Weltwirtschaftsforums. Es fehlten oft Reformen in den Ländern, um langfristig das Wirtschaftswachstum zu stärken und Schwachstellen zu beheben. Und schließlich gebe es viele Unsicherheiten wie das Ende der Niedrigzinsphase und ein Besorgnis erregender Schuldenaufbau in vielen Staaten. Die Politiker müssten nun handeln. Geschehe dies nicht, droht die nächste Krise heraufzuziehen.

Eine Woche vor dem Treffen in Davos warnte das World Economic Forum (WEF) vor akuten Bedrohungen für den Globus, da die Welt gleich an mehreren Stellen ihre Belastungsgrenze erreicht hätte. So das Ergebnis des neuen „Global Risk Report“ des WEF. Die zunehmenden Bedrohungen reichen von einem „mit Massensterben vergleichbaren Verlust der biologischen Vielfalt bis zur wachsenden Besorgnis über den möglichen Ausbruch neuer Kriege“, heißt es in dem Bericht, der auf einer weltweiten Befragung von rund 1000 Risikoexperten in Wirtschaft und Politik basiert. Fast 60 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die globalen Risiken in diesem Jahr wachsen, nur sieben Prozent glauben, dass sich die Lage entspannen wird. Viele Menschen hätten aber auch einen historisch noch nie dagewesenen Lebensstandard erreicht, schreibt WEF-Gründer Klaus Schwab. Zwar seien Unternehmen ganz gut in der Lage, sich gegen viele Einzelrisiken abzusichern. Schwierig werde es aber immer dann, wenn Risiken sich durch die globale Vernetzung von Wirtschaft, Umwelt und Geopolitik gegenseitig verstärken und beschleunigen.

Von 30 globalen Risiken machen Umweltgefahren den Experten die größten Sorgen. In den vergangenen zehn Jahren sind Bedrohungen der Natur wie extreme Wetterereignisse, Verlust der biologischen Vielfalt und Zusammenbruch des Ökosystems, große Naturkatastrophen und vom Menschen verursachte Umweltkatastrophen stetig angewachsen. Außerhalb des WEF wird vor allem vor Cyberrisiken gewarnt. Jüngste Cyberangriffe führten in 2017 zu großen finanziellen Verlusten für etliche Unternehmen. Auch die kürzlich identifizierten Sicherheitslücken in Computerchips zeigten die digitalen Schwachstellen unserer modernen Gesellschaft auf.

Fazit: 2018 hat das Potenzial, erneut ein gutes Aktienjahr zu werden. Bei aller Euphorie sollte die Weltgemeinschaft aber die sozialen Ungleichheiten nicht außer Acht lassen. Bei zu vielen Menschen kommt nichts oder zu wenig von der guten weltwirtschaftlichen Entwicklung an.

  • Top 5 Global Risks 2008 – 2018
    Top 5 Global Risks 2008 – 2018
  • Die größten Bedrohungen weltweit 2017 laut
    Die größten Bedrohungen weltweit 2017 laut "Pew Research Center" – Studie
veröffentlicht am
Info-Grafik

2018 ein gutes Jahr für Europa?

Für die Eurozone ist es 2017 konjunkturell besser als erwartet gelaufen. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass die Wirtschaft um 2,3 Prozent gewachsen ist (die erste offizielle Berechnung gibt das Statistikamt Eurostat am 30. Januar bekannt) und ein Ende des Aufschwungs ist kurzfristig nicht in Sicht. Auch die Konjunkturerwartungen verbesserten sich im Januar. Der ZEW-Index stieg um 2,8 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 31,8. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum erhöhte sich um 5,7 auf 56,4 Zähler.

Die Nachricht vom 25. Januar 2018: Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins im Euroraum unverändert bei null Prozent. Der für alle Kreditgeschäfte im gemeinsamen Währungsgebiet maßgebliche Leitzins bleibt unverändert bei 0,00 Prozent, wie die Währungshüter im Anschluss an die erste Zinssitzung des EZB-Rates im neuen Jahr mitteilten. Zinssparer müssen sich weiter gedulden: Die EZB will den Leitzins erst dann anheben, wenn die Anleihekäufe schon längere Zeit beendet sind. Laut Ökonomen wird damit erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 gerechnet. Zuletzt im Oktober 2017 hatte die EZB ihre milliardenschweren Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Mit dieser ultralockeren Geldpolitik versucht die Notenbank seit Jahren, Konjunktur und Inflation anzuschieben.

Mit dem Konjunkturaufschwung sinken auch europaweit die Staatsschulden, so fiel der Schuldenberg in der Eurozone im dritten Quartal 2017 von 9,752 auf 9,742 Billionen Euro. Der öffentliche Schuldenberg ging – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – von 89,0 Prozent auf 88,1 Prozent zurück, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. In der Gruppe der 28 EU-Staaten sank die Staatsschuldenquote dank sprudelnder Steuereinnahmen insgesamt von 83,3 auf 82,5 Prozent, dies entspricht einen Rückgang von 12,533 auf 12,508 Billionen Euro. Die höchste Verschuldungsquote im Verhältnis zum BIP verzeichnen die Statistiker noch immer in Griechenland mit 177,4 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Italien kommt auf eine Schuldenquote von 134,1 Prozent, Portugal ist zu 130,8 Prozent verschuldet. Die niedrigsten Schuldenlasten weisen demnach Estland (8,9), Luxemburg (23,4) und Bulgarien (25,6) auf. In Deutschland ging die Schuldenquote von 65,9 auf 65,1 Prozent zurück.

Die Arbeitslosenquote in Nord-, West- und Südeuropa ist dank des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs in 2017 so niedrig gewesen wie seit 2008 nicht mehr. Sie sank im Jahresvergleich von 9,2 auf 8,5 Prozent, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) vor einer Woche veröffentlichte. So rechnet die ILO mit einer Fortsetzung des Trends, denn 2018 sollen es 8,1 Prozent werden. Die prozentual größte Erholung der Arbeitsmärkte soll in Spanien und Griechenland stattfinden.

Geht es nach den Investmentexperten diverser Fondsgesellschaften, wird für 2018 ein weiteres Gewinnwachstum der Unternehmen von bis zu 15 Prozent erwartet.

Allerdings schwächelt Großbritanniens Wirtschaft aufgrund der Brexit-Unsicherheiten. So ist die Wirtschaftskraft 2017 so schwach gewachsen wie seit 2012 nicht mehr. Das Statistikamt ONS teilte dazu mit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 1,8 Prozent gegenüber 2016 (Wachstum = 1,9 Prozent) zugelegt hat.

Fazit: Die Konjunktur in Europa nimmt zunehmend Fahrt auf. Dies dürfte den Unternehmen gute Geschäfte und Gewinne bescheren.

  • Leitzins Eurozone 2000 bis 2017
    Leitzins Eurozone 2000 bis 2017
veröffentlicht am
  • VL-Fonds, der europaweit auf die aussichtsreichsten Unternehmen setzt:
    Fidelity European Growth (LU0048578792)
Info-Grafik

Dividendenzahlungen steigern die Gesamtperformance!

Besitzer von Dividendenpapieren können sich über eine Rekordausschüttung freuen. Laut der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) „Allianz Global Investors“ dürften 2018 die Dividendenausschüttungen in der Eurozone 323 Mrd. Euro erreichen. Dies entspricht 23 Mrd. bzw. 7,7 Prozent mehr als in 2017. Allein die Ausschüttungen der 30 Dax-Konzerne dürften um 11 Prozent auf 35 Mrd. Euro klettern.

Mit einer Dividendenrendite von durchschnittlich 3,2 Prozent zeigen sich europäische Konzerne im internationalen Vergleich besonders ausschüttungsfreundlich. Nach Berechnungen der Kapitalverwaltungsgesellschaft besteht bei Laufzeiten von über fünf Jahren die Gesamtperformance eines Dividendenfonds zu rund ein Drittel aus Dividenden.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Dividenden in den meisten Industrieländern nach Abzug der Inflation einen erheblichen Anteil an den Aktienrenditen ausgemacht. Anlageexperten gehen davon aus, dass 2017 die Unternehmensgewinne in den USA, Europa, den Schwellenländern, Japan und China gleichzeitig zweistellig wachsen werden. So sollen die die Aktienkurse entsprechend folgen.

Folgende Faktoren sprechen im aktuellen Marktumfeld für stabile, wenn nicht sogar steigende Dividendenrenditen:

1) Während in Europa sich das Verhältnis von ausbezahlter Dividende zum Gewinn je Aktie mit derzeit etwa 80 Prozent deutlich über Vorkrisenniveau befindet, liegt die Ausschüttungsquote in den USA bei ca. 50 Prozent und in Asien bei knapp 45 Prozent.

2) Unternehmen verfügen derzeit über einen hohen Bestand an frei verfügbaren Mitteln (Cashflow). So liegt beispielsweise der Netto-Cashflow der US-Unternehmen in Relation zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei knapp 13 Prozent und nähert sich damit seinem Höchststand von 2011.

Fazit: Fondsanleger sollten sich weiterhin der Bedeutung von Dividenden bewusst sein und Dividendenfonds als einen zeitgemäßen Bestandteil ihres Investments sehen.

  • Dividenden-Ausschüttungsquoten europäischer, amerikanischer und asiatischer Unternehmen (2000 bis 2017)
    Dividenden-Ausschüttungsquoten europäischer, amerikanischer und asiatischer Unternehmen (2000 bis 2017)
veröffentlicht am
  • Aussichtsreicher VL-Dividendenfonds:
    DWS Top Dividende (DE0009848119)