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USA: Teuerster Aktienmarkt der Welt?

Seit März 2009 geht es an der Wall Street fast ununterbrochen aufwärts. Nicht einmal 700 Punkte zählte der marktbreite S&P 500 seinerzeit. Heute sind es fast genau 2.700 Punkte. Allein in 2017 legte der S&P fast 20 Prozent zu, der Technologieindex Nasdaq Composite und der Dow Jones gewannen jeweils um rund 25 Prozent hinzu. Die drei wichtigsten US-Indizes verbesserten 2017 mehrfach ihre Allzeithochs. Am 18.12.2017 erzielten der Dow Jones (24.876 Punkte), der S&P 500 (2.694 Punkte) und der Nasdaq Composite (7.003 Punkte) den jeweils höchsten Stand ihrer Geschichte. Der aktuelle Aufschwung läuft bereits seit gut 100 Monaten und ist der drittlängste in der Nachkriegsgeschichte. So fragen sich viele Marktteilnehmer, ob nicht mittlerweile das Limit erreicht ist, auch wenn für dieses Jahr die meisten Analysten eine Fortsetzung der Hausse erwarten. Die Barclays Bank berechnet regelmäßig die Shiller-KGVs für 25 Staaten und Europa. Und so kommen die USA Ende 2017 auf satte 30,9 und liegen damit unangefochten an der Spitze. Zum Vergleich: Russland liegt mit 7,2 am unteren Ende der Liste, Deutschland kommt auf 22,7 und Europa als Ganzes auf 22,3. Und obwohl die US-Notenbank seit Ende 2015 schon fünfmal den Leitzins angehoben (Schlüsselzins aktuell bei 1,25 bis 1,50 Prozent) und weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt hat, neigt der Dollar zur Schwäche. Dies wird am US-Aktienmarkt gut angenommen, können amerikanische Unternehmen so ihre Waren günstiger auf dem Weltmarkt anbieten. Doch Achtung: Mit einem KGV von rund 26 ist der Dow Jones mittlerweile recht ambitioniert bewertet. Trotz der guten Rahmenbedingungen dürfte der Zeitpunkt, an dem das US-Börsenbarometer eine Verschnaufpause einlegen wird, näher rücken. Schaut man sich alleine die Bewertungen der vier Internet-Riesen an, wird die Luft in diesen Höhen durchaus dünner. So wird Apple mit rund 675 Milliarden, Googles Mutterkonzern Alphabet mit rund 550 Milliarden, Amazon mit gut 550 Milliarden und Facebook mit 475 Milliarden Euro an der Börse bewertet. Gemessen an den Kennzahlen der Old Economy sind die Aktienkurse dieser Technologie-Giganten mittlerweile sehr hoch, auch wenn sich Apple, Google und Amazon einen Wettlauf liefern, wer als erstes Unternehmen eine Bewertung von einer Billion Dollar erreicht.

Andererseits boomt die US-Wirtschaft und der Volatilitätsindex VIX liegt weiterhin vergleichsweise niedrig. Und was macht der Arbeitsmarkt? Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 1973 und damit auf den niedrigsten Stand seit 45 Jahren. Der Rückgang war der stärkste seit Dezember 2008. So lag die Arbeitslosenquote in den Monaten Oktober bis Dezember jeweils bei 4,1 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit etwa 17 Jahren. Als „der“ Kurstreiber könnte sich die größte Steuerreform der USA seit Ronald Reagan vor 30 Jahren entwickeln. Mit der Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent, dem Anreiz zur Rückführung von Auslandsguthaben in die USA und die Herabsetzung der Einkommensteuersätze soll sich die Gesamtentlastung der Steuerzahler über zehn Jahre auf schätzungsweise 1.500 Milliarden Dollar belaufen. Für ein Jahr sind das im Schnitt 150 Milliarden Dollar (= 0,8 Prozent vom jährlichen BIP). Daraus soll sich das Wirtschaftswachstum um rund ein halbes Prozent im Jahr erhöhen. Demnach sollen die USA in 2018 auf ein Plus von 2,7 Prozent und 2019 auf 2,8 Prozent kommen. Parallel sollen sich auch die Gewinne der Unternehmen erhöhen, was eine Verbesserung der Bewertungen am Aktienmarkt zur Folge hätte. Die Erträge der Firmen könnten so sehr steigen, dass einige auch ihre Mitarbeiter daran partizipieren lassen. So will beispielsweise der Einzelhändler Walmart den Mindestlohn für Berufsanfänger von 9 auf 11 Dollar erhöhen und gleichzeitig an alle einen Bonus von 1.000 Dollar ausschütten. Fiat Chrysler will seinen Angestellten einen Bonus von rund 2.000 Dollar auszahlen. Letztendlich könnten die Löhne steigen und neue Jobs entstehen. Dadurch könnte auch der private Verbrauch profitieren. Hinzukommt, dass die Investitionen in den USA steigen könnten, wenn Geld aus dem Ausland wieder nach Amerika zurückfließt. Damit könnten zusätzliche Projekte realisiert werden. So hat bereits Apple angekündigt, über 200 Milliarden Dollar zurückholen und in den USA zu investieren. Auch ausländische Unternehmen könnten sich stärker in den USA engagieren.

Mittlerweile geht jedoch unter Investoren die Sorge vor steigenden Zinsen um. Ein erstes Indiz dafür könnte der Kursrutsch beim Aktienindex Dow Jones um 300 Punkte zur Börseneröffnung am 30. Januar gewesen sein. Gefolgt vom deutlichen Kursverlust um über 2,5 Prozent am 2. Februar weitetet der US-Leitindex damit sein Minus im Wochenverlauf auf mehr als 4 Prozent aus und erlitt somit den größten prozentualen Wochenverlust seit zwei Jahren. Dabei schnellte der Volatilitätsindex VIX auf den höchsten Stand seit Ende 2016. Getoppt wird der Abwärtstrend mit dem Start in die neue Handelswoche. Der Dow-Jones-Index ist am Montag zum Handelsschluss um 4,6 Prozent abgestürzt, und zwar um 1.175 Zähler auf 24.346 Punkte. Dies entspricht dem höchsten Punktverlust in der Geschichte des Dow Jones. Der S&P 500 gab um 4,1 Prozent auf 2649 Stellen nach. Der Nasdaq Composite verlor 3,8 Prozent auf 6968 Zähler.

Der lange Boom am Aktienmarkt wurde vor allem von niedrigen Zinsen getrieben. Doch so langsam scheint die Zeit der Niedrigzinsphase bald vorbei zu sein. Die starke Konjunktur und die damit wieder anziehende Inflation dürfte die Notenbanken dazu bringen, bald wieder höhere Zinsen festzulegen. Vorerst bleibt die US-Notenbank Federal Reserve ihrem bisherigen Kurs aber treu. So beließ der Offenmarktausschuss in der letzten Sitzung im Januar den Leitzins in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent, nachdem die Zinsen zuletzt im Dezember um 0,25 Punkte erhöht wurden.

Und wie verhalten sich amerikanische Privatanleger? Verunsichert von den heftigen Kursverlusten während der Finanzkrise 2008, haben Kleinanleger in den letzten Jahren Aktien eher gemieden. Mittlerweile sind die Zuflüsse in amerikanische Aktienfonds nach Angaben des Fondsverbands Investment Company Institut (ICI) in den ersten Januarwochen wieder gestiegen. Laut „Bank of America Merrill Lynch“ haben amerikanische Anleger alleine in der vierten Kalenderwoche rund 33 Milliarden Dollar in weltweit anlegende Aktienfonds investiert, mehr als in jeder vergleichbaren Zeitspanne seit 2002.

Damit stellt sich die eindringliche Frage: Befinden wir uns in der Frühphase eines neuen Aufschwungszyklus oder in der Spätphase einer neunjährigen Hausse? Wie sehen Börsenprofis die Zukunft? Hier zwei gegensätzliche Stimmen. Der Pessimist: Fondsmanager Klaus Kaldemorgen sieht die zunehmende Dominanz von US-Tech-Schwergewichten mit Unbehagen. Inzwischen hätten Apple und Google zusammen eine größere Marktkapitalisierung als der gesamte DAX, daher würde er in den USA bereits "Zeichen einer Blase“ erkennen. Der Optimist: US-Starinvestor Warren Buffett wiederum sieht in den kommenden Jahren rosige Zeiten für seine Landsleute. Laut Buffett befindet sich das "amerikanische Spiel der Wirtschaftswunder" in einem frühen Stadium.

  • Nasdaq Composite versus S&P 500 (2008 bis 2017)
    Nasdaq Composite versus S&P 500 (2008 bis 2017)
  • Aktuelle Leitzinsentwicklung: Europäische Zentralbank (EZB), Bank of England (BoE), US-Notenbank (FED)
    Aktuelle Leitzinsentwicklung: Europäische Zentralbank (EZB), Bank of England (BoE), US-Notenbank (FED)
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  • Zukunftsweisender VL-Technologiefonds:
    Franklin Technology Fund (LU0109392836)
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Geschäfts- und Konsumklima nochmals angestiegen! Deutschland erzielt Rekordsteuereinnahmen und ist bei Investoren beliebt!

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist auch zu Jahresbeginn hervorragend. Der an den Märkten viel beachtete ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 117,6 Punkte gestiegen, nach 117,2 im Dezember. Der Lageindex stieg auf ein neues Rekordhoch. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate wurden hingegen etwas zurückgenommen, bleiben aber auf hohem Niveau. "Die deutsche Wirtschaft startet mit Schwung ins neue Jahr", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Der Teilindex zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage kletterte auf ein Rekordhoch von 127,7 Punkten. Die von den Ifo-Experten befragten Unternehmenslenker beurteilten ihre Geschäftslage demnach so gut wie noch nie. So die ifo-Pressemitteilung vom 25. Januar 2018 (nächster ifo Geschäftsklima: 22. Februar 2018).

Laut den Forschern der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist der Optimismus der Verbraucher zu Beginn des Jahres 2018 noch einmal angestiegen. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung legen im Januar zu. GfK prognostiziert für Februar dieses Jahres einen Anstieg des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,2 Zähler auf 11,0 Punkte. Die Verbraucher in Deutschland starten überaus optimistisch in das Jahr 2018. Sie sehen die deutsche Wirtschaft klar in einer Hochkonjunktur. Entsprechend legt die Konjunkturerwartung spürbar zu und klettert auf ein neues Sieben-Jahres-Hoch. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung weisen eher moderate Zuwächse auf. Sie steigern lediglich ihr ohnehin schon sehr hohes Niveau. Die Konjunkturaussichten der Verbraucher kennen momentan offenbar nur eine Richtung – nach oben. Der Indikator legt im Januar zum dritten Mal in Folge zu und klettert nun auf 54,4 Punkte. Dies ist ein Plus gegenüber dem Vormonat von 9,2 Zählern und der höchste Stand seit Februar 2011. Damals wurden 57,1 Punkte gemessen. Nach zwei leichten Rückgängen in Folge legt die Anschaffungsneigung zu Beginn dieses Jahres wieder zu. Gegenüber Dezember 2017 beträgt das Plus 3,3 Zähler. Mit aktuell 60,4 Punkten klettert der Indikator auf ein Niveau, das er zuletzt im Mai 2015 übertreffen konnte. Damals stand er bei 62,6 Zählern. So die GfK-Pressemitteilung vom 25. Januar 2018 (nächste Meldung zum GfK-Konsumklima: 28. Februar 2018).

Laut des aktuellen Monatsberichts des Bundesfinanzministeriums sind aufgrund der anhaltenden guten Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden 2017 erneut gestiegen. Und zwar auf 674,6 Milliarden Euro, das waren 26,3 Milliarden Euro oder 4,1 Prozent mehr als 2016.

Einer Studie der Unternehmensberatung EY zufolge haben chinesische Investoren in 2017 so viel Geld wie noch nie für deutsche Unternehmen ausgegeben. Dabei stieg das Volumen der chinesischen Übernahmen um neun Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Deutsche Unternehmen sollen für chinesische Käufer erste Wahl in Europa bleiben. Mit 54 Transaktionen belegte Deutschland den ersten Platz vor Großbritannien (44) und Italien (24). Auch der Golf-Staat Katar, der bereits mit gut 20 Milliarden Euro in Deutschland als Investor engagiert ist und unter anderem an Volkswagen und der Deutschen Bank beteiligt ist, interessiert sich für weitere Investitionen in Deutschland.

Und wie sieht es mit den wertvollsten Marken Deutschlands aus? Deutsche Marken glänzen mit Verlässlichkeit und genießen Vertrauen bei den Konsumenten – allerdings werde die Innovationskraft als relativ gering wahrgenommen. So lässt sich das Ergebnis des ersten Markenrankings der Marktforschungsfirma Kantar Millward Brown für deutsche Unternehmen zusammenfassen. Die deutschen Unternehmen stehen im internationalen Vergleich gut da. Zusammengerechnet kommen die 50 besten deutschen Marken nach der Studie auf einen Wert von rund 250 Milliarden Euro. Das seien etwa 50 Milliarden Euro mehr als die Top-50-Marken aus Frankreich und fast 60 Milliarden Euro mehr als deren britische Pendants.

  • ifo Geschäftsklimaindex Januar (2009 - 2018)
    ifo Geschäftsklimaindex Januar (2009 - 2018)
  • Die Top 20 der wertvollsten Marken Deutschlands
    Die Top 20 der wertvollsten Marken Deutschlands
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Gesunde Rendite!

Der Gesundheitsmarkt gilt seit Jahren als solide und renditestark, obwohl der Branche schon seit geraumer Zeit der enorme Kostendruck zu schaffen macht. Dies ist aber kein Grund, der Gesundheitsbranche den Rücken zuzukehren. Denn es sind vor allem die zu erwartenden Entwicklungen in den kommenden Jahren, die diesen Sektor interessant machen könnten. So müssen etwa bis 2050 rund 2,2 Milliarden Menschen mehr medizinisch versorgt werden. So greifen gerade in der Biotech-Branche zwei Entwicklungen ineinander: Es gibt immer mehr Menschen, die immer älter werden.

Aktuell sind rund eine Milliarde Menschen älter als 60 Jahre, 2025 sollen es schon 1,2 Milliarden sein. Mit dem Alter nehmen aber auch die Erkrankungen zu. So erhöhen sich mit zunehmendem Alter auch die Gesundheitsausgaben. Dann gibt es noch den wachsenden Wohlstand in den Schwellenstaaten. Dieser führt dazu, dass sich dort immer mehr Menschen medizinische Produkte leisten können, die zuvor unerschwinglich waren.

Fazit: Die Healthcare-Branche könnte sich mittel- und langfristig bester Gesundheit erfreuen.

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  • Wirkungsvoller VL-Fonds für die Biopharmabranche:
    Pictet Biotech (LU0090689299)