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Weltweit steigt das Vermögen an – auch in Deutschland?

Die Summe von rund 170 Billionen Euro beziffert das globale Brutto-Geldvermögen. Zum Vergleich: das Bruttoinlandsprodukt aller Staaten weltweit zusammengenommen belief sich 2016 auf rund 64 Billionen Euro. So stiegen Bankeinlagen, Pensionsfonds, Versicherungen und Wertpapiere um 7,1 Prozent, wobei Aktien mit 8,7 Prozent hier das stärkste Wachstum aufwiesen. Doch nicht alle profitieren von diesem Zuwachs. Denn abgesehen von der grundsätzlichen Vermögensverteilung, ist entscheidend, was mit dem überschüssigen Vermögen passiert – wird es gespart oder wird es angelegt? Deutschland gehört zu den Bevölkerungsgruppen, die vor allem auf Bankeinlagen vertrauen und somit nur unterdurchschnittlich am weltweiten Vermögenswachstum durch Wertsteigerung beteiligt sind. So wächst das Vermögen hierzulande primär durch originäre Sparleistung, den klassischen Konsumverzicht. Anderswo sieht das ganz anders aus: In Europa sind es etwa 50 Prozent und im kapitalmarktaffinen Nordamerika geschieht der Vermögenszuwachs zu 75 Prozent durch Wertsteigerung – also arbeitendem Geld. Während also in Deutschland die Sparer für ihr Geld arbeiten, arbeitet in den USA das Geld für die Anleger. Denn Zinsen sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Das Geld hängt auf Sparkonten fest und wartet darauf, dass etwas passiert. Hinzukommt die Inflation, die mit einem Kaufkraftverlust des Geldes einhergeht. Steigt die Inflationsrate an, bekommt der Sparer noch weniger für sein Geld. Dem entgegengesetzt schließen die meisten internationalen Aktienindizes über einen längeren Zeitraum durchschnittlich mit einem Plus ab.

Letztendlich kann die richtige Anlagestrategie für den Anleger bedeuten, eine Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen gemäß des eigenen Risikoprofils festzulegen. Als gute Richtschnur für das passende Verhältnis zwischen Aktienfonds und Rentenfonds im Portfolio galt bisher die Faustformel „Aktienquote = 100 minus Lebensalter“ (je älter der Anleger, desto niedriger die Aktienquote). Ein heute 40-jähriger Anleger käme damit auf eine Aktienfondsquote von 60 Prozent. Davon ausgehend lassen sich dann noch individuelle Adjustierungen vornehmen. Mittlerweile wurde aber statistisch nachgewiesen, dass Anleger, die bei längeren Sparzeiträumen ihre Aktienquote erhöhen, im Alter ein deutlich höheres Vermögen erreichen als anders herum. So hat eine Untersuchung ("The Glidepath Illusion") rund 100 Spar-Verläufe über jeweils vier Jahrzehnte verglichen: 1) Die Aktienquote wurde von 80 auf 20 Prozent zugunsten von Anleihen gesenkt ("Prudent Polly"), 2) statischer Mix von 50/50 über den selben Zeitraum ("Balanced Burt"), 3) Steigerung der Aktienquote im Zeitverlauf von 20 auf 80 Prozent ("Contrary Connie").

Ergebnis: Der Anleger hatte in allen Fällen am Ende der Laufzeit mehr Vermögen mit der steigenden Aktienquote erwirtschaftet. Dazu passt die Meldung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) vom 19. Februar 2018: Die Zahl der Aktionäre in Deutschland stieg 2017 auf den höchsten Stand seit zehn Jahren, vor allem bei den über 60-Jährigen. In dieser Altersgruppe stieg die Zahl der Aktionäre um knapp 400.000, so dass gut jeder dritte deutsche Aktionär über 60 ist. Insgesamt stieg die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer um fast 1,1 Millionen auf 10,06 Millionen. Demzufolge besitzt mittlerweile jeder sechste Deutsche Aktien oder Aktienfonds.

Wer in Investmentfonds regelmäßig einzahlt, kann in einen ganzen Korb an Aktien und Anleihen investieren. Wer über längere Zeiträume anspart, profitiert zusätzlich von zwei wesentlichen Wertzuwachseffekten: zum einen vom Cost-Average-Effekt und zum anderen vom Zinseszinseffekt, denn oft fließen Ausschüttungen in den Fonds. Und wer sich für ein aktives Fondsmanagement entscheidet, setzt darauf, dass ihm die Profis hinter dem Fonds – im Gegensatz zu einem passiven Management – eine zusätzliche Rendite erwirtschaften. Was aber machen, wenn man als Anleger an den Börsenentwicklungen teilhaben möchte, ohne dabei hohe Kursschwankungen einzugehen? Wer langfristigen Kapitalaufbau anstrebt, der spekuliert nicht, der investiert und versteht sein Investment als mittel- bis längerfristige Kapitalanlage. Dabei gilt: Niemals alle Eier in einen Korb legen, also breit streuen und möglichst regelmäßig investieren. Denn meistens hat es wenig Sinn, permanent die richtige Anlage zu suchen und ständig umzuschichten.

Mehr festverzinsliche Anlagen oder doch lieber mehr Aktien? Wer nicht selbst für den richtigen Mix im Depot sorgen will, greift zu Mischfonds. Mit Mischfonds (also Fonds, die in Aktien und Anleihen gleichzeitig investieren können) lässt sich eine Anlagemischung sehr einfach umsetzen. Steht ein aktives Fondsmanagement dahinter, können die taktischen Anpassungen vom Fondsmanagement vorgenommen werden, ohne dass die Anleger sich selbst darum kümmern müssen. Außerdem haben Mischfonds den Vorteil, dass sie Cash-Positionen, oft bis zu 50 Prozent und mehr des Fondsvolumens, halten können. Damit kann der Fondsmanager bei sinkenden Börsen das Geld notfalls aufs Tagesgeldkonto legen oder auf festverzinsliche Anlagen ausweichen. So muss niemand ein Experte sein und laufend Kursentwicklungen sowie Marktereignisse verfolgen, um dann den richtigen Investmentmix zu finden.

Das aber auf lange Sicht Aktien als Rendite-Investment unschlagbar sind, beweist auch der älteste deutsche Aktienfonds „Fondak“, der 1950 aufgelegt wurde und am 30. Oktober 2018 seinen 68. Geburtstag feiert. Bis heute hat der Aktienfonds von „Allianz Global Investors“ – mit dem Anleger deutsche Titel aus dem DAX, MDAX und TecDAX gleichzeitig erwerben – trotz einer Reihe von Korrekturen an den Aktienmärkten eine durchschnittliche Jahresrendite von rund 10 Prozent erwirtschaftet. Aus einer von Anfang an begonnenen monatlichen Einzahlung von 100 Euro und damit einem eingesetzten Kapital von gut 80.000 Euro, wären bei Wiederanlage aller Erträge bis heute daraus rund 6 Millionen Euro geworden.

Wer bei Aktienanlagen nicht in kurzen Zeiträumen denkt und auf aussichtsreiche Aktien aus jeder Region der Erde setzen möchte, ist bei dem Value-Ansatz (engl. Value = Wert) gut aufgehoben. Entscheidende Maßstäbe bei der Value-Strategie sind nebst niedriger Werte beim Kurs-Gewinn- bzw. Kurs-Buchwert-Verhältnis die Dividendenrendite, also die Verzinsung, welche ein Investment auf Basis der Gewinnbeteiligung des jeweiligen Unternehmens abwirft. Diesem substanzgetriebenen Anlagestil steht der auf besonders wachstumsstarke Unternehmen abzielende Growth-Ansatz gegenüber. Anders als beim Value-Investment konzentriert sich die Growth-Strategie (engl. Growth = Wachstum) weniger auf die Analyse von Einzelunternehmen, als auf die Betrachtung ganzer Branchen mit dem Zie,l frühzeitig zukünftige Wachstumsmärkte zu erkennen und dann die Unternehmen mit der höchsten Wachstumsdynamik auszuwählen. Diese Unternehmen weisen typischerweise einen relativ hohen Wert beim Kurs-Gewinn-Verhältnis auf. Dividendenausschüttungen sind oft niedrig oder nicht vorhanden, da die Gewinne in den weiteren Ausbau des Geschäfts gesteckt werden.

Ein Flaggschiff unter den globalen Value-Fonds ist der „Templeton Growth Fund“, der ausgerechnet als einer der größten Value-Fonds das Wörtchen "Growth" im Namen trägt. In der Praxis sind die Grenzen zwischen Value- und Growth-Titeln übrigens fließend, auch wenn bei langfristiger Betrachtung der Value-Stil bisher die Nase etwas vorn hatte. Letztendlich haben beide Anlagestrategien ihre Berechtigung. Mit dem milliardenschweren Fondsklassiker „Fidelity European Growth“ können Anleger in einen Mix aus Value und Growth investieren.

Fazit: Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Machen auch Sie Ihrem Geld Beine und lassen Sie es für sich arbeiten.

  • In den USA arbeitet das Geld für die Anleger, in Deutschland arbeiten die Sparer für das Geld
    In den USA arbeitet das Geld für die Anleger, in Deutschland arbeiten die Sparer für das Geld
  • Weltweites Netto-Geldvermögen pro Kopf 2016 (in Euro)
    Weltweites Netto-Geldvermögen pro Kopf 2016 (in Euro)
  • Renditen verschiedener Anlageprodukte im Vergleich von 2002 bis 2017 (in % pro Jahr)
    Renditen verschiedener Anlageprodukte im Vergleich von 2002 bis 2017 (in % pro Jahr)
  • Anzahl der Aktienfonds- und Aktienbesitzer in Deutschland von 1997 bis 2017
    Anzahl der Aktienfonds- und Aktienbesitzer in Deutschland von 1997 bis 2017
veröffentlicht am
  • Weltweit anlegender und sehr breit gestreuter VL-Mischfonds:
    BGF Global Allocation Fund (LU0171283459)
  • Ältester deutscher Aktienfonds und auf Substanz sowie Ertragskraft ausgelegter VL-Fonds:
    Fondak A (DE0008471012)
  • Weltweit anlegender Value-Fonds und wertorientierter VL-Fonds:
    Templeton Growth Fund (LU0114760746)