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Wasser, die begrenzte Lebensressource!

Die auf der Erde vorkommende Wassermenge wird auf 1,4 Milliarden Kubikmeter geschätzt, davon sind 97 Prozent Salzwasser. Die Menge an verfügbarem Wasser wird sich in Zukunft reduzieren und damit Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln haben. UN-Schätzungen zufolge gehen jährlich 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Lands aufgrund von Desertifikation, Dürren und Abnutzung von Anbauflächen (Degradation) verloren. Die Weltbevölkerung wird nach aktuellen Schätzungen bis 2050 um zwei bis drei Milliarden Menschen wachsen. Dies bedeutet einen Anstieg des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs um 60 Prozent. Die bewässerte Landwirtschaft ist schon heute mit 70 Prozent der weltweit größte Wasserverbraucher. Die zweitgrößten Wasserverbraucher sind Industrie und Energieversorger mit 20 Prozent, gefolgt von den Haushalten mit 10 Prozent. Rund 20 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs wird dem Grundwasser entnommen. Der größte Trinkwasser-Lieferant ist Regenwasser. Bis 2050 erwarten die Vereinten Nationen einen Anstieg des globalen Wasserbedarfs um 55 Prozent. Seit 1990 haben rund 2,6 Milliarden Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen. Damit nutzen derzeit insgesamt 6,6 Milliarden Menschen verbesserte Trinkwasserquellen. Das ist ein Erfolg. Doch ferner geben die Vereinten Nationen an, dass die Zahl derer, die keinen Zugang zu einer verbesserten Trinkwasserquelle haben, bei rund 660 Millionen Menschen liegt.

Trinkwasser ist das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland. Und es ist das lebenswichtigste. Um die 6000 Wasserbetriebe gibt es, die die Versorgung gewährleisten müssen. Wasser ist ein Grundrecht, und die gesetzlichen Anforderungen an die Qualität sind hoch. Jeder Mensch soll ein Leben lang so viel Wasser trinken können, wie er mag, ohne gesundheitliche Folgen fürchten zu müssen. Entsprechend streng sind die Grenzwerte formuliert, etwa für Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Allerdings sind auch immer größere Anstrengungen erforderlich, um diese Qualität zu sichern. Denn bei allem, was wir tun, hinterlassen wir im Wasser Spuren – sie finden sich in Flüssen, Seen und im Grundwasser.

Wenn es um nachhaltige Wassernutzung geht, ist Singapur weltweit führend. Aber China ist dem Land dicht auf den Fersen und Brasilien ist beim Thema Wasser ebenfalls kreativ. So könnte sich Singapur ein Vorbild für andere wasserarme Regionen entpuppen. Denn oft macht Not erfinderisch. Als kleine Insel ohne Grundwasser, mit begrenzten Wasserspeichermöglichkeiten, einer schnell wachsenden Bevölkerung und Wirtschaft überrascht es nicht, dass Singapur bei Wasseraufbereitung, -einsparung und -technologie weltweit führend geworden ist. Das über Aufbereitungsprozesse wie Mikrofilterung, Umkehrosmose und UV-Desinfektion gereinigte Abwasser erreicht Trinkwasserqualität und wird großzügig in der Industrie eingesetzt. Auch China steht bei der nachhaltigen Wasserwirtschaft vor Herausforderungen. Dort sind 20 Prozent der Weltbevölkerung zuhause, aber nur 7 Prozent des Wassers kommen aus dem Land selbst. So brachte China im letzten Jahr über 8.000 Wasseraufbereitungsprojekte in einer Größenordnung von 100 Milliarden US-Dollar auf den Weg. Mit Aufklärungskampagnen in Schulen und höheren Geldstrafen für Umweltsünder nimmt auch der Wandel in der Öffentlichkeit Gestalt an.

Die Wasserproblematik ist nicht auf die Schwellenländer beschränkt. Teile der USA und Australien zum Beispiel sind dürregefährdet, während die Niederlande durch Überschwemmungen bedroht sind. Die Niederschlagsmuster verändern sich, die Weltbevölkerung wächst und die natürlichen ober- und unterirdischen Wasservorkommen gehen zur Neige. Daher ist weltweit damit zu rechnen, dass die Maßnahmen zum Schutz des Oberflächenwassers und von Grundwasserschichten zunimmt. Die Wasserreinhaltung und -aufbereitung ist ein lukratives Geschäft. So beispielsweise beim Fracking, bei der Wasser unter hohem Druck in unterirdische Gesteinsschichten gepresst wird, um die darin befindlichen fossilen Brennstoffe freizusetzen. Hierfür benötigen die Fracking-Unternehmen große Mengen an Wasser. Nach wie vor gilt Fracking als umstrittene Form der Gas- und Ölförderung. So wenden die Schieferunternehmen verstärkt Wasserrecycling-Technologien an, nicht zuletzt wegen des steigenden Drucks von Umweltschützern und Aufsichtsbehörden. Die Aufbereitung des Fracking-Abwassers ist keine einfache Aufgabe. Das Wasser, das aus den Bohrlöchern austritt, ist mit seinem Originalzustand nicht vergleichbar. Es handelt sich um ein toxisches Gemisch aus chemischer und radioaktiver Materie – eine Mischung aus Fracking-Flüssigkeit und den natürlich vorkommenden Stoffen, die sich aus dem unterirdischen Gestein lösen.

Andererseits sollen neue Technologien Wasser zur Verfügung stellen, wo es am dringendsten gebraucht wird, ohne teuren Transport, aber aus einer reichhaltigen Quelle. Denn auch in ausgedörrten Landschaften ist das kühle Nass zu finden – und zwar in der Luft. Die Herausforderung ist es, das Wasser aus der Luft zu lösen. Dieser Aufgabe haben sich Forscher angenommen, und die Technologien sind schon so weit gereift, dass sie wirtschaftlich tragbar sind. Ein System, das bereits in Indien, Mexiko und den USA installiert ist, kann beispielsweise 3.000 Liter zu 2 US-Cent pro Liter erzeugen. Die Gewinnung von Trinkwasser aus der Luft ist für einige Regionen eine überlebenswichtige Methode. Allerdings bleibt dies eine Nische und andere Technologien müssen ergänzend genutzt werden.

Fazit: Wasser ist eine grundlegende Lebensressource, aber der Vorrat ist begrenzt. Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und Klimawandel setzen den vorhandenen Wasserreserven verstärkt zu. Allen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, ist eine der größten Herausforderungen – und bietet gleichzeitig interessante Anlagechancen.

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  • Kultivierter VL-Fonds für den Wassermarkt:
    Pictet Water (LU0104884860)